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Das Neroberghotel

80er Jahre
1980
Alle Fotos © Klaus Koschwitz


Text: Detlef Schaller/Hans-Dieter Schreeb "Kaiserzeit"
Das Neroberg-Hotel ist ein schönes Beispiel dafür, dass manche Objekte niemals rentabel werden: Weder in privater Direktion noch unter Regie der öffentlichen Hand.

Dabei war der ›Neroberg‹, der Wiesbadener Hausberg, wie die Zeitungen gern erklären, über Jahrzehnte ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Hier wurden die Geburtstage und Regierungsjubiläen des Herzogs von Nassau gefeiert, des gnädigen Landesherrn, und die Maifeiern der Arbeiterbildungsvereine ebenfalls. Hier wurden unerlaubterweise Freiheitslieder gesungen, politische Ansprachen gehalten und die streng verbotene schwarz-rot-goldene Fahne der Demokraten geschwenkt

Die klassische Kutschentour ab Kurhauskolonnaden verlief über »Platt', Kapell' und Neroberg«. Ganze Generationen sind mit der Nerobergbahn (eine Drahtseilbahn, 1888 eingeweiht und seitdem unfallfrei) sonntags mit Herzklopfen auf den Neroberg gefahren, um sich zu versichern, dass Wiesbaden von oben immer noch so schön war wie eh und je.

Und nicht wenige von ihnen gönnten sich ein Tässchen Kaffee und ein Stück Torte, für Kinder gab's einen Eisbecher. In seiner Blütezeit soll das Hotel an schönen Sonntagen fünftausend Gäste bewirtet haben und dabei einen Zentner Kaffee umgesetzt haben. Trotzdem war das Haus eine ewige Verlustquelle. Wieso?

Ursprünglich hatten eine kleine Kaffeebude und eine kleinere Restauration an seinem Platz gestanden. 1881 wurde mit dem Bau des Hotels begonnen. Mit seinem wuchtigen Turm und seinen gewichtigen Flügeln war es eine Mischung aus Burg und Schloss. Mit dem Bau der Bergbahn, von der man sich Wunder versprach, wurde das Haus 1888 erweitert und ausgebaut.
Doch vom sonntäglichen Kaffeegeschäft allein können kein Hotel und keine Gastronomie existieren; der eigentliche Hotelbetrieb kam nie wirklich in Schwung.
Das Haus mit seinen vierzig Zimmern und Pensionspreisen von 7½ bis 15 Mark war wohl zu abgelegen, und nur Wald und schöne Aussicht war den Gästen auch damals schon zu wenig.

Jedenfalls wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer, war am Ende in städtischer Hand und fand sein unrühmliches Ende durch Brandstiftung.
Heute würde man es wohl mit ›Wellness‹ und ›Seminaren‹ versuchen.
Wahrscheinlich würde das Hotel immer noch nicht laufen, so verbaut, wie es war.

Schaller/Schreeb – »Kaiserzeit«
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Blind Chicken Band

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Conny Zimanowski - Lafayette

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Albrecht Stoje, Bass – Büb Schösser, Saxofon

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Elvi Rock

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Elvi Rock

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Elvi Rock

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Kooperative New Jazz mit Alfred Tilp und Eberhard Emmel

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Kooperative New Jazz mit Alfred Tilp und Eberhard Emmel

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Kooperative New Jazz mit Alfred Tilp und Eberhard Emmel

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Gunther Hampel Quartett

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Lafayette

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Lafayette

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Die BI »Kulturzentrum Neroberg« sammelt Unterschriften in der Fußgängerzone

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Der Liedermacher Michael Schleim

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Gyula Foky Gruber mit Orchester

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TEETH mit Michael Stein, Klaus Luley, Thomas Götte, Hansi Malollepszy, Ruprecht Barnickel, Odette und Pia

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TEETH mit Michael Stein, Klaus Luley, Thomas Götte, Hansi Malollepszy, Ruprecht Barnickel, Odette und Pia

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TEETH mit Michael Stein, Klaus Luley, Thomas Götte, Hansi Malollepszy, Ruprecht Barnickel, Odette und Pia

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